Es ist direkt, saftig, kraftvoll, konsequent, zupackend und stilsicher. Das Kino der 70er-Jahre kann damit heute immer noch und immer wieder überraschen. Und es beeindruckt mit seiner großen Breite. Da steht die lakonische Kühle neben dem rotzigen Anarchismus, die gelassene Eleganz neben der frechen Erotik, die erfrischende Attacke auf das Bürgertum neben der unbeirrten Analyse und Reflexion. Das alles ist freilich überwiegend dem noch selbstbewußten europäischen Kino zu danken. Die amerikanische Filmindustrie muß sich jetzt von ihrem Niedergang erholen. Mit der Entwicklung der Blockbusterstrategie gelingt ihr das dann für einen langen Zeitraum - mit enormen stilistischen und ökonomischen Auswirkungen.

Werden die 80er dadurch wirklich die Zeit des Kinos der Oberfläche, wie man ihnen nachsagt? Diese Oberflächen signalisieren eine neue Distanziertheit, eine seltsame Ungerührtheit – trotz der oft überdimensional aufgeblasenen trivialen Emotionen. Doch was brodelt unter dieser Oberfläche? Was artikuliert sich neben den scheinbar alles dominierenden Großprodukten?



Katalog gebunden 114 Seiten