Ich kann unmöglich alles selber haben oder herstellen, was ich dringend benötige oder gerne hätte. Ich brauche also andere. Von denen könnte ich es dann stehlen oder rauben, was mir aber früher oder später Probleme bereiten wird. Also lernen wir zu tauschen wieder etwas, das uns ab jetzt vom Tier trennt. Zum Tauschpfand, zum Geld als Währung des Handels ist es dann kein weiter Schritt mehr. Ob Midas und Briggs, Krösus und Lazarus, Ocean’s Eleven und Mutter Theresa ohne Zaster läuft gar nichts mehr. „Geld regiert die Welt“?
Wann ist es zu wenig, wann genug und wann einfach unverschämt zu viel? Und wem steht es wofür zu? Wie verteilen wir es? Macht es die Welt gerechter oder gerade im Gegenteil? Ist nicht das Geld der eigentliche Ursprung der Gier? Oder ist es umgekehrt? Unzählige Fragen, Debatten, Konflikte, Träume, Tragödien, Konzepte und Kriege löst das Geld aus. Und unzählig sind auch die damit verbundenen Geschichten.
Schon der erste Spielfilm der Kinogeschichte erzählte 1903 von einem Kampf ums Geld. Und bis heute werden diese Erzählungen ununterbrochen weitergesponnen. Das von uns ausgewählte Programm präsentiert Filme aller Epochen und Stile, die in unterschiedlichsten Zugängen vom anscheinend unausweichlichen Tanz und Kampf ums „Goldene Kalb“ berichten von den damit verbundenen Hoffnungen, Utopien und Abgründen.
Wir werden die historischen, sozialen und politischen Bezüge dieser Darstellungen transparent und ihre ästhetischen und formalen Strategien wahrnehmbar machen. Im Zusammenspiel der Filme und des Begleitprogramms entstehen so neue Sichtweisen, erweiterte Horizonte und ein vertieftes Verständnis von Gesellschaft, Geschichte und Kino.

Katalog gebunden 98 Seiten