Was muß ich alles aushalten? Wozu muß ich gute Miene machen? Wie lange muß ich die Fassung bewahren? Wann ist es genug?

Die Kontrolle von Vernunft, Kalkül und Disziplin über die Triebe, Bedürfnisse und Emotionen ist ein Kern von Zivilisation.  Die klaren Regeln und Gesetze für diese Kontrolle geben die herrschende Macht und das gesatzte Recht vor. Die Auseinandersetzung darüber erfolgt offen, wird heute im weiten Feld der Politk entschieden und durch das Gewaltmonopol des Rechtsstaates durchgesetzt.

Doch wer oder was steuert unsere Selbstdisziplin, wer oder was will, daß wir immer die Fassung bewahren? Und wozu überhaupt? Ist das erstrebenswert?

Die Contenance: Man kann sie behalten oder verlieren? Aber was verliert man, wenn man sie behält - und was behält man, wenn man sie verliert?

Wir inszenieren in dieser Woche ein Filmfest, bei dem wir zu diesem Thema ausgewählte Filme miteinander in Dialog treten lassen. Quer durch die Filmgeschichte entfalten wir ein Panorama filmischer Narrationen vom Leben, seinen Konflikten und Risiken, seiner Würde und seinen Abgründen.

Im Ambiente der sommerlichen Burg und im Austausch der reflektierten Erfahrungen werden wir den Raum für ein vertieftes Verständnis von Leben, Kultur, Gesellschaft und Kino aufspannen.